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Deutsch-brasilianischer Erfahrungsaustausch zwischen Kommunen

Landrat von Vorpommern Greifswald empfing Gast aus Porto Seguro

Zu einem fachlichen Austausch begrüßte Michael Sack, Landrat von Vorpommern-Greifswald, Ende Juli die brasilianische Rechtsanwältin Maionara Pinheiro Sena, Abteilungsleiterin beim Oberbürgermeister von Porto Seguro (Bahia). Landrat Sack gab dabei einen Überblick über den Landkreis im Nordosten Deutschlands mit rund 230.000 Einwohnern, seine kommunalen Verwaltungsstrukturen sowie die Aufgaben des Landrates. Darüber hinaus ging es bei dem Treffen um Themen wie öffentliche Ausschreibungen und Vergabeverfahren, für die Frau Pinheiro Senha innerhalb der Munizipalverwaltung – Porto Seguro hat rund 170.000 Einwohner - zuständig ist. Porto Seguro hat großes Interesse an Kontakten mit Deutschland, ein großes Potenzial im Bereich des Tourismus, sucht ausländische Partner unter anderem für den Bau einer Seilbahn sowie für die Vergabe einer Konzession für den Flughafen. Bisher haben sich zahlreiche Deutsche dort angesiedelt beziehungsweise vermieten Ferienwohnungen.


Landrat Michael Sack, Maionara Pinheiro Sena, Sabine Keding (Büroleitung des Landrates) und Hans-Dieter Beuthan (Geschäftsführender Vizepräsident des WWZ-BD) (v.l.n.r.) Foto: Wagner

Maionara Pinheiro Sena: „In dem Gespräch mit Herrn Sack habe ich viel über die Verwaltungsstruktur und die Arbeitsweise des Landkreises erfahren und konnte so mein Wissen über die öffentliche Verwaltung in Deutschland erweitern. Zugleich bin ich dankbar, dass ich meine Arbeit und die damit im Zusammenhang stehenden Herausforderungen in der Verwaltung von Porto Seguro vorstellen konnte.“ Landrat Michael Sack unterstrich, dass ihm in den Beziehungen mit den brasilianischen Partnern neben dem Austausch von E-Mails und Videokonferenzen der persönliche Kontakt besonders am Herzen liegt. „Ich wünsche mir noch mehr direkten Austausch zwischen Mitarbeitern der Kommunalverwaltungen und auch anderer Bereiche“, so Sack.

Das Treffen knüpft an die langjährige Zusammenarbeit zwischen dem Landkreis Vorpommern-Greifswald und Brasilien an. Bereits im Rahmen einer Reise nach Brasilien unterzeichnete Landrat Michael Sack im Jahr 2024 eine Kooperationsvereinbarung mit der Stadt Blumenau zur Zusammenarbeit in den Bereichen Wirtschaft, Bildung, Kultur und Sprachförderung.

Initiiert und organisiert wurde das Treffen in Greifswald vom Wirtschafts- und WissenschaftsZentrum Brasilien-Deutschland (WWZ-BD), das sich bereits sehr mehr als 25 Jahren für die Entwicklung der deutsch-brasilianischen Beziehungen in Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und kommunaler Verwaltung einsetzt. Seitens des WWZ-BD nahmen an dem Gespräch Rechtsanwalt Hans-Dieter Beuthan, Geschäftsführender Vizepräsident des WWZ-BD, und WWZ-Vorstandsmitglied Wolfgang Wagner teil.


Im historischen Porto Seguro darf kein Haus mit mehr als zwei Stockwerken gebaut werden. Foto: Prefeitura 

Berlin und São Paulo vertiefen Beziehungen

Die Metropolen Berlin und São Paulo werden künftig noch enger zusammenarbeiten. Dazu haben hat Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey im Juni 2026 in São Paulo eine Vereinbarung mit der Regierung des gleichnamigen Bundesstaates unterzeichnet. Dies ist eines der Ergebnisse des Aufenthalts einer Wirtschafts- und Wissenschaftsdelegation der deutschen Hauptstadt in São Paulo und Rio de Janeiro. Der Besuch erhielt eine besondere Bedeutung durch die Tatsache, dass er der erste einer hochrangigen deutschen Delegation nach Unterzeichnung des Freihandelsabkommens zwischen der Europäischen Union und den südamerikanischen Mercosur-Staaten war.


Nach der Unterzeichnung der Vereinbarung in São Paulo. Foto: FOC 

„Das Kooperationsabkommen ist eine sehr gute Basis für den Ausbau der Beziehungen zwischen Berlin und dem Bundesstaat São Paulo, insbesondere im Bereich des Technologietransfers“, schätzt WWZ-Vizepräsident Hans-Dieter Beuthan ein. Er nahm als Vertreter des WWZ-Mitgliedsunternehmens FOC – fibre optical components GmbH Berlin an der Delegationsreise teil. „Für FOC war es eine erfolgreiche Reise mit vielen neuen Kontakten“, so Beuthan. Die Delegationsteilnehmer führten unter anderem Gespräche in der Zentrale des Energieriesen Petrobras in Rio de Janeiro sowie auf dem Innovationskongress „Web Summit Rio 2026“. Hans-Dieter Beuthan: „Unser Dank geht an die Organisatoren von der IHK Berlin und Berlin Partner sowie die beiden AHKs in Rio de Janeiro und São Paulo.“


Berliner Delegation im Operationszentrum der Stadtverwaltung von Rio. Foto: IHK 

Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey: "Wir haben unsere Delegationsmitglieder nach ihrer Motivation gefragt, hier an der Berliner Reise nach Brasilien teilzunehmen. Hier die Antworten."
https://fb.watch/Iv0rkUsCsb/ Quelle: Facebook 

Historische Bande zwischen Thüringen und Bahia

Weimar war im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts ein Zentrum der Brasilienrezeption. Nirgends wurden mehr deutschsprachige Bücher zu Brasilien veröffentlicht als hier. So auch 1806 die deutsche Erstpublikation von Thomas Lindley´s „Reise nach Brasilien und Aufenthalt daselbst in den Jahren 1802 und 1803: Nebst einer Beschreibung der Städte und Provinzen Porto Seguro und San Salvador“ in Friedrich Justin Bertuchs Verlag des Landes-Industrie-Comptoirs.


Foto: Schneider 

Übersetzt hat diesen Reisebericht Theophil F. Ehrmann. Er skizziert in seinem Vorbericht sehr treffend die Schwierigkeit, neue Nachrichten über Brasilien zu bekommen. „Wir haben noch so wenig neue und befriedigende Nachrichten über das doch in mancher Hinsicht so merkwürdige Land Brasilien, dass uns jeder, auch nur einigermaßen brauchbare Beitrag zur Erweiterung der Kenntnis derselben, willkommen seyn muß.“ Johann Wolfgang von Goethe hatte als Direktor der Herzoglichen Bibliothek die Bestellung für die englische Ausgabe in London beauftragt.


Maionara Pinheiro Sena von der Stadtverwaltung Porto Seguro (links) mit dem in Weimar veröffentlichten Buch, das ihre Heimatstadt schon im Titel nennt. Beim Besuch der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar dabei waren WWZ-Vizepräsident Hans-Dieter Beuthan (Mitte) und Sylk Schneider, Autor des Buches "Goethes Reise nach Brasilien" - Foto: HAAB 

Auch Maximilian zu Wied-Neuwied berichtet in seiner Reisebeschreibung „Reise nach Brasilien in den Jahren 1815 bis 1817“ über die Gegend um Porto Seguro. Dieses Werk befindet sich heute noch in Goethes Privatbibliothek. Friedrich Justin Bertuch gab in der Folge in Weimar des Prinzen umfangreichstes Werk heraus: Die Abbildungen zur Naturgeschichte Brasiliens in 15 Lieferungen zu je 6 kolorierten Tafeln und den dazugehörigen Textblättern von 1822 bis 1831 in Weimar. Hinzu kommen die „Beiträge zur Naturgeschichte Brasilien“ mit insgesamt 3.258 Seiten verteilt auf vier Bände.

Maximilian zu Wied-Neuwied fand in Bahia übrigens auch die einzige Pflanzengattung, die nach Goethe benannt wurde - die „Goethea´s“, eine Gattung in der Familie der Malvengewächse.

Sylk Schneider 

Berliner Wirtschaftsdelegation in Brasilien

WWZ-Mitgliedsunternehmen FOC GmbH präsentiert sich

Unter Leitung von Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey weilt eine Wirtschafts- und Wissenschaftsdelegation der deutschen Hauptstadt in dieser Woche in Brasilien. Besuchsstationen sind Rio de Janeiro und São Paulo. Ziel der Reise ist es laut Senatsverwaltung, die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Berlin und Brasilien auszubauen, neue Marktchancen für Berliner Unternehmen zu erschließen und die Internationalisierung Berlins voranzutreiben. Brasilien sei als größte Volkswirtschaft Lateinamerikas für Berlin von strategischer Bedeutung. 

Brasilien zähle mit rund 213 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern zu den wichtigsten Wachstumsmärkten weltweit. Das Land gewinne für Berlin zunehmend an Bedeutung, „insbesondere in Bereichen wie Digitalisierung, GreenTech, DeepTech, AI, FinTech, HealthTech und Kreativwirtschaft“. „Unsere Delegationsreise soll weitere Türen öffnen: für neue Märkte, neue Kooperationen und mehr internationale Sichtbarkeit des Innovationsstandorts Berlin“, so Giffey.

Die Delegation besteht aus 27 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Innovationsförderung. Darunter ist auch das Berliner Technologie- und Produktionsunternehmen FOC - fibre optical components GmbH, das durch seinen Verantwortlichen für internationales Marketing, Hans-Dieter Beuthan, vertreten wird. Die FOC GmbH ist Mitglied im Wirtschafts- und WissenschaftsZentrums Brasilien-Deutschland (WWZ-BD). Organisiert wird die einwöchige Reise durch die IHK Berlin sowie die Deutsch-Brasilianische Industrie- und Handelskammer AHK.

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