Historische Bande zwischen Thüringen und Bahia

Weimar war im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts ein Zentrum der Brasilienrezeption. Nirgends wurden mehr deutschsprachige Bücher zu Brasilien veröffentlicht als hier. So auch 1806 die deutsche Erstpublikation von Thomas Lindley´s „Reise nach Brasilien und Aufenthalt daselbst in den Jahren 1802 und 1803: Nebst einer Beschreibung der Städte und Provinzen Porto Seguro und San Salvador“ in Friedrich Justin Bertuchs Verlag des Landes-Industrie-Comptoirs.


Foto: Schneider 

Übersetzt hat diesen Reisebericht Theophil F. Ehrmann. Er skizziert in seinem Vorbericht sehr treffend die Schwierigkeit, neue Nachrichten über Brasilien zu bekommen. „Wir haben noch so wenig neue und befriedigende Nachrichten über das doch in mancher Hinsicht so merkwürdige Land Brasilien, dass uns jeder, auch nur einigermaßen brauchbare Beitrag zur Erweiterung der Kenntnis derselben, willkommen seyn muß.“ Johann Wolfgang von Goethe hatte als Direktor der Herzoglichen Bibliothek die Bestellung für die englische Ausgabe in London beauftragt.


Maionara Pinheiro Sena von der Stadtverwaltung Porto Seguro (links) mit dem in Weimar veröffentlichten Buch, das ihre Heimatstadt schon im Titel nennt. Beim Besuch der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar dabei waren WWZ-Vizepräsident Hans-Dieter Beuthan (Mitte) und Sylk Schneider, Autor des Buches "Goethes Reise nach Brasilien" - Foto: HAAB 

Auch Maximilian zu Wied-Neuwied berichtet in seiner Reisebeschreibung „Reise nach Brasilien in den Jahren 1815 bis 1817“ über die Gegend um Porto Seguro. Dieses Werk befindet sich heute noch in Goethes Privatbibliothek. Friedrich Justin Bertuch gab in der Folge in Weimar des Prinzen umfangreichstes Werk heraus: Die Abbildungen zur Naturgeschichte Brasiliens in 15 Lieferungen zu je 6 kolorierten Tafeln und den dazugehörigen Textblättern von 1822 bis 1831 in Weimar. Hinzu kommen die „Beiträge zur Naturgeschichte Brasilien“ mit insgesamt 3.258 Seiten verteilt auf vier Bände.

Maximilian zu Wied-Neuwied fand in Bahia übrigens auch die einzige Pflanzengattung, die nach Goethe benannt wurde - die „Goethea´s“, eine Gattung in der Familie der Malvengewächse.

Sylk Schneider 


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